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Bio-Streuobsttag in Gartow - Projekt „Route der alten Obstsorten im Wendland“

fk Gartow. Äpfel gibt es in verschiedenen Sorten. Das kann man jeden Tag im Supermarkt erfahren. Aber die Golden Delicious, Elstar und Cox Orange, die dort angeboten werden, sind in Wirklichkeit der traurige Rest einer einst blühenden Apfelsortenlandschaft. Fast jede Region hatte ihre Spezialsorten, angepasst an Kleinklima und Boden. Passend zur Einlagerung, zum Kuchenbacken oder als Kompott. Äpfel gab es in allen Schattierungen, von tiefrot bis frischgrün, süß oder sauer, fest oder mehlig. Das schönste: es gibt sie noch. Wenigstens einmal im Jahr, beim Bio-Streuobsttag in Gartow.

Zum vierten Mal fand dieses Ereignis am Sonntag auf dem Kirchhof in Gartow statt. Die Anhänger der paradiesischen Frucht kamen nicht nur aus der näheren Umgebung. Schlange standen auch Gäste aus Nachbarregionen, um sich von einem Fachmann erklären zu lassen, was da in ihrem Garten am Baum hängt. In langen Reihen lagen die Früchte auf den Tischen aus, beschriftet mit Namen und dem Jahr, in dem diese Sorte zum ersten Mal schriftlich fest gehalten wurde. Boskop und Goldparmäne gehören da schon zu den jüngeren Gewächsen, ebenso - wie es der Name schon sagt - Kaiser Wilhelm oder Prinz Albert. Aber es gibt auch noch Apfelbäume, deren Sorte bereits vor mehreren hundert Jahren geerntet wurden. Oder örtliche Spezialitäten, aus Celle zum Beispiel oder Uelzen. Am Bio-Streuobsttag liegen sie alle in Reih und Glied zum Staunen des Publikums aus.

In diesem Jahr war die Veranstaltung in Gartow der Auftakt zu einem weiter gehenden Projekt. In Zukunft soll die „Route der alten Obstsorten im Wendland“ Besucher aus nah und fern anlocken. Beteiligt sind der Landschaftspflegeverband, die Naturschutzverbände BUND und NABU sowie der Bio-Streuobstverein. Unterstützt wird das Projekt von der Firma Völkel, die zudem zertifiziertes Streuobst zu Vorzugskonditionen annimmt.

Zu den Finanziers des Projektes gehören außer dem der Naturpark Elbufer Drawehn und die Lottostiftung, die EU und das Niedersächsische Umweltministerium. Die Idee entstand schon 2005. Damals nahm die Entwicklungsinitiative Region aktiv das Projekt Streuobst in seine Förderung auf. Die Bestände alter Obstsorten sollten gesichert, die Informationen darüber verbreitet und neue Pflanzungen angelegt werden. Dazu kam ein Konzept für die Pflege der Bäume und Bestände. Ähnliche Projekte gibt es in den Nachbarregionen, in der Prignitz, im Amt Neuhaus und in der Altmark.

 Das Wendland fügt sich mit seiner Route alter Obstsorten in diesen Verbund ein. Neben dem Wert für den Naturschutz haben alte Streuobstbestände auch touristischen Wert, glaubt Asta von Oppen, eine der Organisatorinnen des Streuobsttages in Gartow. Dass sie auch eine Anziehungskraft auf Einheimische ausüben, bewies der Besuch auf dem Gartower Kirchhof.

 

Karl-Friedrich Kassel in der Elbe-Jeetzel-Zeitung vom30.09.2008