Unsere Projekte

Aktuelle Projekte:

Route der alten Obstsorten im Wendland
Hintergrund: Der Landschaftspflegeverband ist Träger dieses Projektes. 2005 wurden vom Bio-Streuobstverein Elbtalaue die interessanten Altbestände an alten Obstsorten aufgenommen und ein Konzept für Pflege und Neuanpflanzungen entwickelt. Seit Mitte 2008 betreut der Landschaftspflegeverband die Umsetzung dieses Konzeptes.

Gefördert wird das Projekt von der Europäischen Union und vom Umweltministerium Niedersachsen über das Programm „Natur erleben“. Außerdem tragen der Naturpark Elbhöhen-Wendland e.V., die Lottostiftung und die Firma Voelkel GmbH zur Finanzierung bei.

Streuobstbestände sind gewachsene Bestandteile unserer Kulturlandschaft. Sie prägen unsere Dörfer, Straßen und Feldwege maßgeblich durch ihre Gestalt und durch ihre im Wechsel der Jahreszeiten variierende Farbigkeit.

Die ältesten hochstämmigen Obstbäume stammen noch aus einer Zeit, als die Selbstversorgung und Bevorratung mit Obst und Obstprodukten eine Notwendigkeit war. Zahlreich waren die gestaffelt reifenden Sorten, deren Früchte sich zum Teil bis weit in das Frühjahr hinein aufbewahren ließen. Mit dem ganzjährigen und vielfältigen Obstangebot aus aller Welt, das der Handel bereithielt, verloren die alten Obstbäume vor unserer Haustür zusehends an Bedeutung.

Nach Jahrzehnten der Vernachlässigung und bewussten Zerstörung der Streuobstbestände ist eine Rückbesinnung zu beobachten. Dass die alten Sorten noch typische Aroma- und Geschmackseigenschaften besitzen, spielt für den Verbraucher heute eine große Rolle. Mehr und mehr überzeugt ist man zudem von der nützlichen und schützenswerten Vielfalt an Pflanzen und Tieren in Streuobstbeständen, die zum Teil nur noch in diesem speziellen Lebensraum existieren können. Dies alles spricht für die robusten alten Sorten als ein erhaltenswertes pflanzengenetisches Erbe.

Enorm gewachsen ist das öffentliche Interesse an den Sorten, die seit Großvaters Zeiten überdauert haben. Es gibt kaum ein idealeres Bindeglied zwischen Kultur und Natur als den Obstbaum. Im Herbst stattfindende Apfeltage mit Früchteausstellungen und Angeboten zur Sortenbestimmung werden gewöhnlich von sehr vielen Besuchern zur Beratung und Orientierung genutzt. Obstwiesenlehrpfade und Schauwiesen dienen der Umweltbildung und fördern den Landtourismus. Dieses immer noch wachsende Interesse künftig durch das Angebot einer naturtouristischen Themenroute zu bedienen und zu fördern ist das Ziel der Route der alten Obstsorten im Wendland.


Ziel: Grundlage für diese touristische Themenroute bilden die Potentiale an Obstbaumbeständen als Bestandteil der Kulturlandschaft im Wendland. Dazu gehören Alleen, Einzelbäume, Streuobstwiesen und Obstgärten. Hinzu kommt das Angebot von Mostereien, Direktvermarktern und gastronomischen Einrichtungen. Diese werden in einem Besucherlenkungskonzept für Touristen und Einheimische erlebbar gemacht.

Die Route der alten Obstsorten im Wendland fördert den ländlichen Erlebnisurlaub. Veranstaltungen wie Apfeltage mit Früchteausstellungen, Angebote zu Sortenbestimmungen, Streuobstfeste, Sortenschauen, Verkostungen und Schnittkurse fördern die Wertschätzung der alten Obstsorten.

Darauf aufbauend, ist es möglich, die naturschutzfachlich äußerst wertvollen Streuobst-bestände, die teilweise jahrzehntelang vernachlässigt wurden, zu erhalten und zu entwickeln. Das genetische und kulturgeschichtliche Potential der alten Obstsorten wird gesichert, alte Obstsorten werden bekannt gemacht und in regionale und überregionale Wertschöpfungsketten eingebunden. Die nachhaltige Bestandspflege wird durch die Einbeziehung zahlreicher regionaler Akteure sichergestellt.

www.route-der-alten-obstsorten-im-wendland.de

 

Ehemalige Projekte:

Huteschafprojekt
Das Huteschafprojekt des Landschaftspflegeverbandes Wendland-Elbetal e. V. ist ein Beitrag zur Erhaltung und Entwicklung der selten gewordenen, nährstoffarmen Offenlandschaften. Diese Lebensräume – zumeist Heiden und Magerrasen – sind das Ergebnis der früheren Bewirtschaftung durch den Menschen. In ihnen leben zahlreiche Tier- und Pflanzenarten, die bereits verschollen oder stark im Rückgang begriffen sind. In Zusammenarbeit mit der Naturschutzschäferei Wendland entsteht derzeit ein Flächenverbund im Drawehn. Zurzeit werden die Naturschutzgebiete „Breeser Grund“ und die „Kellerberge“ in der Göhrde sowie die Küchenschellenheide bei Kassau durch eine Wanderherde bestehend aus Coburger Fuchsschafen gepflegt. Unterstützt werden diese Maßnahmen durch das Staatliche Forstamt Göhrde, „Regionen Aktiv“ sowie die „Stiftung Naturschutz Hamburg und Stiftung Loki Schmidt zum Schutze gefährdeter Pflanzen“.

Kräuterheu- und Wiesenschutz
Im Rahmen des vom BUND entwickelten Projektes „Kräuterheu und Wiesenschutz“ wird seit 1990 auf blütenreichen Wiesen Kräuterheu produziert. Dieses Heu hat sich als Grundfutter insbesondere für Pferde bewährt, da ein großer Artenreichtum, optimaler Kalkgehalt, hoher Rohfaseranteil und Proteinarmut garantiert werden können. Durch Auflagen für die beteiligten Landwirte wie späte Mahd, Verzicht auf Stickstoffgaben, Gülle und Pflanzenschutzmittel wird ein selten gewordener Lebensraum – artenreiches Feuchtgrünland – erhalten. Die Landwirte können einen höheren Preis für ihr Produkt erzielen und selten gewordene Tiere und Pflanzen behalten eine Heimstatt. Regionen Aktiv, der BUND, die Karl-Kaus-Stiftung unterstützen dieses älteste Projekt des Landschaftspflegeverbandes Wendland-Elbetal e. V.

Grünlandtagung
Die Grünlandnutzung ist durch die sich verändernden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Wandel begriffen. Unterstützt von „Regionen Aktiv“ hat der Landschaftspflegeverband Wendland-Elbetal e. V. gemeinsam mit Landvolk und Landwirtschaftskammer eine Tagung organisiert, um Landwirten die verschiedenen Möglichkeiten zur Nutzung ihrer Grünländereien aufzuzeigen.

Windpark Immekath-Neuferchau
Der Landschaftspflegeverband Wendland-Elbetal e. V. hat die Organisation der behördlich vorgeschriebenen Ausgleichsmaßnahmen im Bereich des Windparks Immekath-Neuferchau im Auftrag des Investors mdp Mitteldeutsches Windenergie Planungsbüro mbH übernommen. Bisher sind im Rahmen dieser Maßnahme neue Gewässer geschaffen worden. Erhöhung des Laubwaldanteils in reinen Nadelholzbeständen, ein mehrjähriges Fledermausmonitoring sowie Aufkauf und Sicherung von Flächen für den Naturschutz gehören zum Maßnahmenpaket.

 

 

Artenschutzmaßnahmen:

Küchenschellen
Seit 199? werden fast alle niedersächsischen Standorte der stark gefährdeten Gemeinen und auch der Wiesen-Küchenschellen durch den Landschaftspflegeverband Wendland-Elbetal e. V. gepflegt und entwickelt. Nach Abstimmung mit Botanikern und Vertretern der Naturschutzbehörden werden die Standorte durch Landwirte gemäht, geplaggt oder beweidet. Die kontinuierliche Arbeit lässt die Bestände der Küchenschellen stetig anwachsen. Seltene Tier- und Pflanzenarten profitieren von diesen Maßnahmen, z. B. das Schillergras und die Blauflüglige Ödlandschrecke.

Maujahn
Das Naturschutzgebiet „Maujahn“ ist eine botanische Kostbarkeit im Nordosten Niedersachsens, welches schon Mitte des vorigen Jahrhunderts von bedeutenden Botanikern aufgesucht worden ist. Seltene Pflanzen wie Sonnentau und Sumpffarn fühlen sich in dem Moor mit angrenzendem Erlenbruchwald wohl. Durch die Einträge von Nährstoffen aus der Luft drohte der für den Pflanzenartenschutz wertvolle „Maujahn“ als Lebensraum verloren zu gehen. Der Landschaftspflegeverband Wendland-Elbetal e. V. hat in Absprache mit der Unteren Naturschutzbehörde Entkusselungen durchgeführt und ist auch in Zukunft für die Pflege in diesem Gebiet zuständig.

 

Amphibienprojekt

In diesem Projekt konnte der Landschaftspflegeverband Wendland-Elbetal e. V. 2009 und 2010 mit Projektmitteln des Landes und der EU (ELER) in Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde und der Verwaltung des Biosphärenreservates „Niedersächsische Elbtalaue“ alle Kleingewässer der Dannenberger Marsch erfassen lassen. Es wurden außerdem der Zustand der Gewässer, Handlungsempfehlungen sowie die bekannten Daten der vorkommenden Amphibien zusammengetragen. Zudem konnten die Uferbereiche von drei Flachgewässern optimiert werden, damit sie wieder einen besseren Lebensraum insbesondere für Laubfrosch und Rotbauchunke darstellen.


 

Qualifizierung für Grünlandförderprogramme

Seit 2006 setzt sich der Landschaftspflegeverband Wendland-Elbetal e. V. für die Umsetzung neuer Förderprogramme im Grünlandbereich ein, da auch in Lüchow-Dannenberg ein gravierender Rückgang des Grünlandes zu verzeichnen ist. Es sind zahlreiche Presseartikel zu dem Thema erschienen. Mit Mitteln der BINGO-Umweltstiftung konnte eine Ausstellung zur „ergebnisorientierten Honorierung“ entwickelt werden. Diese Form der Honorierung greift, wenn Landwirte in ihrem extensiv bewirtschafteten Wiesen und Weiden bestimmte Pflanzenarten wie Wiesen-Schaumkraut, Flockenblume und Ruchgras nachweisen können. Außerdem wurden Vorträge und Schulungen angeboten. Zudem können Landwirte ihre spezielle betriebliche Grünlandsituation vor Ort prüfen lassen.


 

Biogas und Naturschutz

Der Landkreis Lüchow-Dannenberg hat sich zum Ziel gesetzt, vor Ort den Energiebedarf weitgehend aus der Region zu decken. Es sind zahlreiche Biogasanlagen in Betrieb genommen worden oder noch in Planung. Damit die daraus resultierenden Veränderungen in der Landschaft minimiert werden, bringt sich der Landschaftspflegeverband Wendland-Elbetal e. V. in verschiedenen Fachforen ein, z. B. beim alljährlich stattfindenden Biogas-Fachkongress und in einem Arbeitskreis Biogas und Naturschutz der BIOENERGIEregion Wendland-Elbetal. Es ist außerdem ein Arbeitskreis der Interessensvertretungen des Naturschutzes unter Federführung des Landschaftspflegeverbandes entstanden, es sind Handlungsempfehlungen zur Anlage von Blühstreifen entwickelt worden und eine auf Naturschutzbelange abgestimmte Blühmischung ist in der Erprobung.

 

 

Birnenquitte

Taufrischer Apfel

Baumhöhle in altem Obstbaum

Apfelbaum in Grippel

Obstgarten in Grippel

Viele Äpfel

Katze im Apfelbaum

 

Schafherde im Breeser Grund, Foto: Marcus Golletz


Klappertopf

Heupresse


Planeitzwiesen
 
 
 

Küchenschelle
 
 
 
 
 
 
 
Grasfrosch
 
 
 
 
 
Kuckucks-Lichtnelke